Holzöfen: Kinder möglicherweise starker Luftverschmutzung ausgesetzt
Eine neue Studie beleuchtet die Gefahren der Holzverbrennung in Innenräumen. Wer würde wissentlich sein Kind einer dreimal so hohen Luftverschmutzung aussetzen? Wer zu Streichhölzern greift und den Ofen anzündet, tut möglicherweise genau dies.
Eine kürzlich in den Wintermonaten in Wales durchgeführte Studie untersuchte die Belastung von Kindern durch Feinstaub. Die Ergebnisse öffnen nicht gerade die Atemwege, aber dafür die Augen. 52 Grundschulkinder, die in der Stadt Holyhead und der umliegenden Landschaft leben, erhielten Rucksäcke zur Überwachung der Luftverschmutzung und wurden losgeschickt, um diese Rucksäcke von zu Hause zur Schule und zurück zu tragen.
Obwohl die Stichprobengrösse zweifellos gering ist, waren die Ergebnisse überwältigend eindeutig. Die größte Belastung durch Schadstoffe trat innerhalb der Wohnung auf (nicht in der Schule oder auf dem Weg zur dorthin), hauptsächlich durch Holzverbrennung in Innenräumen und durch Rauchen.
Die Gefahren des Passivrauchens sind gut dokumentiert, diejenigen im Zusammenhang mit passiver Holzrauchbelastung hingegen weit weniger. Bezeichnenderweise lag die Partikelbelastung in Nichtraucherhaushalten mit Holzöfen im Durchschnitt bei etwa 13 Mikrogramm/m3, verglichen mit nur 3,5 Mikrogramm/m3 in Nichtraucherhaushalten ohne Holzöfen. Der Gebrauch eines Holzofens führt daher möglicherweise zu einer dreifachen Partikelbelastung.
Die Studie ergab auch, dass das Kochen und Rauchen in Innenräumen zwar zu kurzen Spitzenwerten der Belastung führte, das Beheizen von Wohnräumen mit Holz jedoch zu einer langen Belastung, die sogar über Nacht anhielt.
Im Durchschnitt waren Kinder auf dem Land einer höheren Partikelbelastung ausgesetzt als Kinder in der Stadt, was die Autoren eindeutig auf die Verbrennung von Biomasse zurückführten, da in 53 % der ländlichen Haushalte Holzöfen gefunden wurden, verglichen mit nur 21 % der städtischen Haushalte. Dies spiegelt eine Studie aus dem Jahr 2024 in Slowenien wider, die dazu beitrug, die Vorstellung von sauberer Landluft zu widerlegen. Diese stellte fest, dass Holzheizungen in ländlichen Tälern eine Partikelbelastung verursachen können, die mit der der weltweit am stärksten verschmutzten Städte vergleichbar ist.
Die walisische Studie folgt auf eine im Oktober letzten Jahres veröffentlichte Studie aus Neuseeland, in der davor gewarnt wurde, dass Luftverschmutzung für über 3’000 Fälle von Asthma bei Kindern sowie für über 1’000 Krankenhauseinweisungen und 208 vorzeitige Todesfälle pro Jahr im ganzen Land verantwortlich sei. Ebenso kam eine Studie aus dem Jahr 2023, an der 50’000 Frauen in den USA teilnahmen, zu dem Ergebnis, dass „eine höhere Nutzung von Holzöfen/Kaminen mit einer um 70 % höheren Inzidenz von Lungenkrebs verbunden ist”.
Die Organisation „Doctors and Scientists against Wood Smoke Pollution“ warnen seit langem und wiederholt, „dass Holzrauch krebserregender als Tabakrauch und mutagener als Autoabgase ist”.
Die Schlussfolgerungen sind glasklar, im Gegensatz zu der nicht immer so gesunden Land- oder Bergluft: Diese fröhlich knisternden Holzöfen mögen zwar gemütlich sein, aber gesund sind sie definitiv nicht.
Alle Kinder verdienen es, geschützt zu werden … und zwar nicht nur vor Passivrauchen. Wenn Sie also das nächste Mal nach dem Feueranzünder greifen, denken Sie an die gesundheitlichen Folgen für Ihre Familie und Ihre unmittelbaren Nachbarn.
Februar 2026
