Warum Biokraftstoffe keine Lösung sind

Warum Biokraftstoffe keine Lösung sind

Neue Studie zeigt, dass Biokraftstoffe weltweit mehr CO2 ausstoßen als die fossilen Brennstoffe, die sie ersetzen, wobei 1/5 aller Pflanzenöle von Autos und nicht von Menschen verbraucht wird.

Biokraftstoffe – pflanzliche Ersatzstoffe für Benzin, Diesel, Schweröl und sogar Kerosin – waren ein heißes Thema auf der COP30. Sie werden als Lösung für die Dekarbonisierung des Verkehrssektors angepriesen, ähnlich wie Holzbiomasse, die angeblich die Energiewirtschaft dekarbonisieren soll.

Das von Brasilien, Indien, Italien und Japan energisch geförderte Ziel besteht darin, den Einsatz von Biokraftstoffen bis 2035 zu vervierfachen, damit sie 10 % des Kraftstoffbedarfs im Straßenverkehr, 15 % im Luftverkehr und 35 % im Seeverkehr decken können.

Bis zum Ende der Konferenz hatten sich 23 Länder dazu verpflichtet.

Warum ist das also eine so schlechte Idee?

Biokraftstoffe benötigen nicht nur Land, Wasser, Subventionen und Energie für ihren Anbau, sondern ihre Herstellung und Verwendung verursacht laut der Studie auch 16 % mehr CO2-Emissionen als die fossilen Brennstoffe, die sie ersetzen sollen.

Kaum ein Allheilmittel, um die Klimakrise einzudämmen ……

 oder den Verlust der Biodiversität aufzuhalten … …

 oder gar die Welt zu ernähren.

Ein Fünftel aller Pflanzenöle, die vom Menschen konsumiert werden könnten, wird stattdessen in Autos verbrannt. Im Jahr 2023 belief sich dies auf 120 Millionen Tonnen Zuckerrohr/Zuckerrüben und 150 Millionen Tonnen Mais.

Pflanzen, die für die Herstellung von Biobrennstoffen verwendet werden, decken lediglich 4 % des weltweiten Energiebedarfs im Verkehrsbereich, beanspruchen jedoch 32 Millionen Hektar Land – eine Fläche der Grösse Italiens, auf der stattdessen Nahrungsmittelpflanzen angebaut werden könnten, um 1,3 Milliarden Menschen zu ernähren.

Der Anbau von Biokraftstoffen erfordert außerdem grosse Mengen an Süsswasser, Düngemitteln und Pestiziden, verschmutzt Luft und Wasser und führt zu Bodenerosion. Wie alle anderen Rohstoffe unterliegen auch Biokraftstoffe dem Gesetz von Angebot und Nachfrage. Steigt die Nachfrage, wird das Angebot knapp und die Lebensmittelpreise steigen. 

Den aktuellen Prognosen zufolge könnte die für den Anbau von Biokraftstoffen genutzte Ackerfläche bis 2030 auf 52 Millionen Hektar (eine Fläche der Größe Frankreichs) ansteigen, wobei die daraus gewonnenen Biokraftstoffe 70 Millionen Tonnen CO2 ausstossen würden, was den jährlichen Emissionen von etwa 30 Millionen Dieselfahrzeugen entspricht, so das Ergebnis der Studie.

Woher soll all dieses zusätzliche Land kommen? Entweder durch die Umwandlung von Wäldern und Wiesen in Ackerland oder durch eine intensivere Bewirtschaftung bestehender Ackerflächen, wodurch noch mehr CO2 ausgestossen wird und der Verlust von Ökosystemen und Biodiversität beschleunigt wird.

Und das Tüpfelchen auf dem i? Wenn man alle Anbau- und Verarbeitungsstufen berücksichtigt, verbrauchen Biokraftstoffe mehr Energie für ihre Herstellung, als sie tatsächlich liefern.

Was ist also die Lösung?

Die Studie ergab, dass bereits 3 % der für den Anbau von Biokraftstoffen genutzten Fläche mit Solarparks die gleiche Energiemenge produzieren würden.

Wir müssen das Verbrennen von Kraftstoffen massiv reduzieren- egal ob fossil oder bio.

Dezember 2025

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