Subventionierte Regenwaldzerstörung – klimaneutral zertifiziert

Subventionierte Regenwaldzerstörung – klimaneutral zertifiziert

Ein Blick hinter die Kulissen des niederländischen Biomasse-Skandals offenbart ein schmutziges Geheimnis der grünen Energiewende Europas.

Nach einer wegweisenden Eilverhandlung vor dem niederländischen Handels- und Industrieberufungsgericht (CBb) am 28. Mai 2026 sieht sich die niederländische Regierung mit einer unangenehmen Realitätsprüfung konfrontiert. Die Umweltverbände Comité Schone Lucht und Biofuelwatch fordern einen sofortigen Stopp der Klimasubventionen in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro, die an den Energiekonzern RWE gezahlt werden. Der Vorwurf? Die Verwendung von Steuergeldern zur Finanzierung globaler Abholzung, alles schön verpackt unter dem Deckmantel der „grünen Energie“.

Laut Eurostat-Daten importierten die Niederlande allein im Jahr 2024 190.985 Tonnen Holzpellets aus Malaysia und importieren munter weiter. Zufälligerweise deuten die Jahresberichte von RWE darauf hin, dass der Bedarf des Unternehmens an Holzpellets fast genau den gesamten niederländischen Importen entspricht. Offenbar eignen sich öffentliche Subventionen hervorragend dazu, die globale Schifffahrtslogistik zu finanzieren.

Der Antrag auf gerichtliche Durchsetzung nennt die konkreten malaysischen Lieferanten, die die Öfen von RWE versorgen, nämlich Rainbow Pellet (Pahang), das vermutlich rund 170.000 Tonnen geliefert hat, und TreeOne MegaPellet (Sarawak), eine Tochtergesellschaft der berüchtigten Samling Group, die mit einer 20.000-Tonnen-Lieferung aus dem Hafen von Bintulu in Verbindung gebracht wird.

Natürlich sind diese Pellets mit den Zertifizierungen „Sustainable Biomass Program“ (SBP) und „Green Gold Label“ (GGL) versehen. Denn nichts steht so sehr für Nachhaltigkeit wie Holz aus Regionen, in denen tropische Regenwälder abgeholzt werden – solange auf dem Formular steht, es handle sich lediglich um „Sägewerksabfälle“.

Man muss die schiere intellektuelle Akrobatik der modernen Kohlenstoffbilanzierung bewundern. Das Rezept ist einfach: Man fällt artenreiche tropische Regenwälder in Malaysia ab, verarbeitet sie zu Pellets, verladet sie auf mit fossilen Brennstoffen betriebene Frachtschiffe, transportiert sie um die halbe Welt und verbrennt sie in einem europäischen Kraftwerk.

Das Ergebnis? Eine unmittelbare, massive Kohlenstoffschuld und eine Spur ökologischer Zerstörung … doch in einer staatlichen Tabelle wird das Ganze auf magische Weise völlig klimaneutral.

Selbst die niederländische Emissionsbehörde (NEa) warnte, dass die Kontrollsysteme für malaysische Holzpellets voller Schwachstellen seien und die tatsächliche Nachhaltigkeit in keiner Weise gewährleisten könnten. Aber warum sollte eine behördliche Warnung einer guten Subventionsauszahlung im Wege stehen? Der niederländische Staat wehrt sich derzeit mit der Behauptung, Umweltverbände seien gar nicht befugt, diese Zahlungen anzufechten. Die Mitkläger argumentieren, dass diese Haltung einen direkten Verstoss gegen die Aarhus-Konvention und das europäische Umweltrecht darstellt.

Sollte die Beschwerde dazu führen, dass die Subventionen eingestellt werden, werden die Auswirkungen in der gesamten EU zu spüren sein. Der Fall stellt die Integrität der Importe von Holzpellets aus dem Ausland, die Legitimität kommerzieller Selbstzertifizierungssysteme und die Zukunft von Biomasse als nachhaltige erneuerbare Energie insgesamt in Frage.

Letztendlich verdeutlicht dieser Fall jedoch die administrative Magie der modernen Klimapolitik. Solange die Unterlagen korrekt abgestempelt sind, wird die Verbrennung urzeitlicher Ökosysteme irgendwie in einen Akt der Umweltrettung verwandelt. Die Steuerzahler können beruhigt sein, da sie wissen, dass ihre hart verdienten Millionen einen grünen Wandel finanzieren, der die Zerstörung des Planeten erfordert, um ihn zu retten.

Juni 2026

Foto: Symbolbild aus Malaysien von Mongabay.com

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