Positionspapier deckt fatale Fehler in der EU-Klimastrategie auf
Ein kritisches neues Positionspapier – unterzeichnet von 44 NGOs – ist am 22.09.2026 im Vorfeld der Überarbeitung der EU-Richtlinie über erneuerbare Energien erschienen. Es deckt einen fatalen Fehler in der EU-Klimastrategie auf, den niemand laut genug beim Namen nennt.
Politische Anreize, die zur Senkung der Emissionen eingeführt wurden, haben das Gegenteil bewirkt. Seit 2001 hat sich die Biomasse zur grössten „erneuerbaren“ Energiequelle der EU entwickelt – was die Emissionen in die Höhe treibt, die Einführung sauberer Technologien hemmt und der europäischen Wirtschaft aktiv schadet. Wirklich ein beeindruckendes Beispiel für „Reverse Engineering“!
Was die Daten tatsächlich zeigen:
- Den Betrug bei der CO₂-Bilanzierung: Holzverbrennung ist nicht klimaneutral. Bei der Verbrennung von Biomasse wird pro Energieeinheit mehr CO₂ freigesetzt als bei der Verbrennung von Kohle. Die Emissionen aus Biomasse haben sich seit 2001 verdoppelt. Bäume verbrennen in Sekundenschnelle, brauchen aber Jahrzehnte, um nachzuwachsen – dieses CO₂ reichert sich schneller an, als es irgendein Wald wieder aufnehmen kann. Die Rechnung ist einfach. Die Bilanz? Nicht ganz so einfach.
- Den Zusammenbruch der Kohlenstoffsenke: Die EU verbrennt mittlerweile 47 % ihrer gesamten jährlichen Holzernte. Durch übermässige Abholzung haben sich viele europäische Wälder von Kohlenstoffsenken zu Kohlenstoffquellen gewandelt. Die Kohlenstoffsenkkapazität der EU-Wälder ist seit 2001 um 43 % eingebrochen – wodurch die Union Gefahr läuft, ihre eigenen LULUCF-Klimaziele zu verfehlen. Das ist ein kritischer Moment für die Glaubwürdigkeit der EU.
- Die Gefährdung der Biodiversität: Die Gesetzgebung belohnt das Verbrennen von Holz jeglicher Art und schafft damit finanzielle Anreize für die Kahlschlagbewirtschaftung ganzer Ökosysteme – einschliesslich Bäume ohne kommerziellen Wert. Dies zerstört Lebensräume wildlebender Tiere, führt zum Verlust der Artenvielfalt und verringert die natürliche Fähigkeit der Wälder, den Wasserkreislauf zu regulieren, das lokale Klima zu kühlen und die Luft zu reinigen. Die Strategie fördert nur den Kahlschlag.
- Das Ausblenden der Gesundheitsrisiken: Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Holzrauch giftiger ist als Zigarettenrauch für Passivraucher und mutagener als Abgase; er löst unter anderem Atemwegs- und Herzerkrankungen sowie Schlaganfälle und Demenz aus. Grosse europäische Städte verbieten das Verbrennen von Holz, um die Gesundheit der Menschen zu schützen – während Milliarden von EU-Subventionen an Unternehmen bezahlt werden, um gerade mit diesem Holzrauch die Luft zu verschmutzen. Das muss man sich erst mal reinziehen.
- Die verlogene Umweltgerechtigkeit im Ausland: Die Nachfrage der EU nach Holzpellets stützt sich stark auf Importe aus Regionen wie dem Südosten der USA und zunehmend auch aus Asien. Dort leiden marginalisierte Gemeinschaften unter chronischem Asthma, weil sie in unmittelbarer Nähe von Pelletfabriken leben, die rund um die Uhr in Betrieb sind. Wir exportieren also unsere „grünen“ Probleme ins Ausland. Lauter Vorteile der Kreislaufwirtschaft!
- Innovationen werden im Keim erstickt: Indem die EU holzige Biomasse-Energie für Energieunternehmen künstlich verbilligt, verzögert sie den Ausbau wirklich sauberer Alternativen: Solar, Wind, Geothermie, Wärmepumpen.
Buchhaltungstricks werden die globale Erwärmung nicht aufhalten. Die eigentliche Ursache lässt sich beheben – wir müssen nur aufhören, Ausreden zu suchen. Es ist an der Zeit, die Finanzierung von der Verbrennung kohlenstoffreicher Brennstoffe wegzulenken, sie stattdessen in Dämmung, Speicherung, Netzausbau und eine Waldbewirtschaftung im Dauerwaldprinzip umzulenken und die Politik an die tatsächlichen Erkenntnisse der Atmosphärenwissenschaft anzupassen.
Denn derzeit ist das Einzige, was an der EU-Biomassepolitik wirklich nachhaltig ist, der Skandal.
Oktober 2026
