Kleine NGO, grosser Sieg

Kleine NGO, grosser Sieg

Vor drei Jahren kam eine Geschichte ans Licht, die jeden erschrecken muss, der an eine freie Presse glaubt. Ameco, ein in der Schweiz ansässiger Biomasse-Gigant, startete einen brutalen juristischen Angriff gegen Agent Green, eine kleine, aber furchtlose rumänische NGO.

Das Vergehen? – Der Mut, die Wahrheit zu berichten.

In einer gemeinsamen Untersuchung mit der Environmental Investigation Agency und der EuroNatur Foundation deckte Agent Green auf, wie Bäume, die aus einem Nationalpark abgeholzt wurden, als Biomasse bei Ameco landeten. Die Geschichte war so brisant, dass sie in der New York Times veröffentlicht wurde.

Ameco hat Agent Green nicht nur vor Gericht gezogen, sondern versucht, die NGO komplett auszuschalten. Das Unternehmen forderte:

  • über 3’000’000 € für entgangene Einnahmen
  • 200’000 € als Schmerzensgeld
  • 5’464 € PRO TAG, bis zum Löschen des Artikels
  • eine öffentliche Entschuldigung und die vollständige Löschung der NYT-Recherche aus dem Internet

In einer beispiellosen Solidaritätsbekundung schlossen sich Wissenschaftler, Professoren der Universitäten Oxford and Cambridge (Oxbridge) und 122 weitere globale Einrichtungen zusammen, da sie erkannten, dass ein Angriff auf Agent Green ein Angriff auf die wissenschaftliche Integrität und das Recht war, die Industrie zur Rechenschaft zu ziehen.

Das Gericht in Harghita hat nun alle Klagen von Ameco abgewiesen und damit bestätigt, was wir bereits wussten: Agent Green hat keine Falschinformationen verbreitet und im öffentlichen Interesse gehandelt.

Ein Sieg vor Gericht bedeutet jedoch nicht, dass der Schaden rückgängig gemacht ist. Agent Green hat immer noch Zehntausende Euro an Anwaltskosten zu tragen – nämlich die versteckten Kosten von SLAPP-Klagen (Strategic Lawsuit Against Public Participation), die darauf abzielen, NGOs finanziell in den Ruin zu treiben und Whistleblower durch finanzielle und psychische Erschöpfung einzuschüchtern.

In diesem Fall ging es längst nicht nur um rumänische Wälder, sondern um die grundlegende Freiheit, zu recherchieren und sich zu äussern. Hätte Ameco Erfolg gehabt, wäre keine NGO, egal wie stichhaltig ihre Beweise auch gewesen wären, vor einem Maulkorb durch Unternehmen sicher gewesen.

Der Sieg ist errungen, doch der Kampf um Transparenz geht weiter. Die Industrie muss zur Rechenschaft gezogen werden, wenn sie Biomasse als saubere, umweltfreundliche Lösung anpreist. Die Verbrennung uralter Wälder ist in Wirklichkeit allerdings eine extrem umweltschädliche und CO₂-intensive Praxis, die uns unserer besten natürlichen Verteidigung gegen die globale Erwärmung beraubt. Diese Klage war ein verzweifelter Versuch, die Kluft zwischen dem „Greenwashing“ der Unternehmen und der Zerstörung vor Ort zu verschleiern.

Rumänien muss dringend die EU-Anti-SLAPP-Richtlinie umsetzen, um sicherzustellen, dass missbräuchliche Einschüchterungsklagen von finanzstarken Akteuren nicht länger die Wahrheit zum Schweigen zu bringen.

Die Gerechtigkeit hat heute gesiegt, aber der Preis der Wahrheit sollte nicht zum Bankrott führen. Unterstützen Sie die Organisationen, die ihre Köpfe hinhalten, damit nicht unsere Urwälder dies tun müssen.

Mai 2026

Foto: Agent Green

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