Holzrauch bleibt giftig, egal ob von Waldbränden oder aus Holzheizungen
Waldbrandrauch ist etwa 10-mal giftiger als Luft, die durch Verbrennen fossiler Brennstoffe verunreinigt wird, und enthält schädliche Feinstaubpartikel, flüchtige organische Verbindungen, Benzol und Schwermetalle, um nur einige Beispiele zu nennen.
Feinstaub ist besonders gefährlich, da er in die Lunge eindringt, in den Blutkreislauf gelangt und tief in den menschlichen Körper weitertransportiert wird, wo er das Herz-Kreislauf-System und das Nervensystem schädigt. Und nicht nur das. Die Exposition gegenüber Waldbrandrauch erhöht, unter anderem, auch das Risiko von Demenz, Asthma und Totgeburten erheblich.
Das neueste Argument der Biomasseindustrie für die Abholzung natürlicher Wälder ist die Verhütung von Waldbränden. Durch die Entfernung des übermässigen Unterholzes und Totholzes in den Wäldern würden Waldbrände eingedämmt und sogar verhindert, heisst es.
Die Logik ist schwer zu widerlegen: Kein Holz – Kein Feuer.
Aber wie so oft wird die menschliche Logik der Komplexität der Natur nicht gerecht. So zeigen zunehmende wissenschaftliche Erkenntnisse, dass Abholzen und Durchforsten zur Eindämmung von Waldbränden nicht wirklich funktionieren – mit Ausnahme von Brandschneisen in der Umgebung von Infrastrukturen – sondern sogar einen Schuss nach hinten darstellen könnten.
Studien aus aller Welt haben kaum Evidenz dafür geliefert, dass eine verstärkte Abholzung durch Verringerung der „Brennstoffmenge“ das Risiko von Waldbränden mindert. Industrielle Abholzung hinterlässt brennbare Stümpfe und Abfälle sowie trockene Böden und sinkende Feuchtigkeit. Noch problematischer ist die Abholzung gewachsener, einheimischer Wälder, die durch hoch brennbare Kiefern- und Eukalyptus-Monokulturen ersetzt werden, wie Chile gerade schmerzlich erfährt.
Aber selbst eine einfache Durchforstung kann das Risiko von Waldbränden durch Veränderungen des Mikroklimas und erhöhten Luftbewegungen, die die Ausbreitung von Feuer begünstigen, erhöhen.
Dennoch übertragen die Regierungen zunehmend die Bewirtschaftung der Waldökosysteme zusammen mit Subventionen an so genannte Hybridgenossenschaften, die Holz aus den Wäldern gewinnen …
… um es dann als Bioenergie zu verkaufen!
Irgendwie scheint also der giftige Rauch von Waldbränden dadurch unschädlich gemacht zu werden, dass die Bäume verarbeitet werden und die entstehende holzige Biomasse in menschlichen Holzöfen oder Holzkraftwerken verbrannt wird.
Das ist Alchemie, keine Wissenschaft.

Es ist vor allem Greenwashing, denn es gibt keinerlei Beweise dafür, dass die zunehmende Nutzung von holzartiger Biomasse zur Energiegewinnung in den Haushalten Waldbrände reduziert. Im Gegenteil: Daten aus Portugal, wo Biomasseanlagen mit genau dieser Begründung gefördert und subventioniert werden, zeigen, dass die verbrannten Flächen sowohl landesweit als auch in der Umgebung von Biomasse-/Pelletanlagen, die ihr Holz vor Ort beziehen, weiter zunehmen.
Die saubere Verbrennung ist ein Mythos.
Wir müssen aufhören, Holz zu verbrennen und zu einer verbrennungsfreien Zukunft übergehen, unserer eigenen Gesundheit und der unserer Wälder zuliebe.
Juni 2025
