Hirnblutung

Hirnblutung

Gemäss einer Studie im Nature besteht ein plausibler Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung und aneurysmatischer Subacharachnoidalblutung. Das ist eine seltene, aber oft verheerende Form des Hirnblutungs-Schlaganfalls: Ein Hirnaneurysma platzt und Blut tritt in den Raum um das Gehirn aus.

Ein Team hat retrospektiv, also rückblickend, alle Patient:innen einer Klinik in einer Region mit stark schwankender Luftbelastung ausgewertet (Sommer: Waldbrandrauch; Winter: Inversionslagen, die Schadstoffe «einsperren»). Für jede Person wurde die PM2.5-Belastung über Messstationen in Wohnortnähe für verschiedene Zeitfenster vor dem Ereignis berechnet und statistisch mit der täglichen aSAH-Häufigkeit verknüpft (Poisson-Modelle, kontrolliert für Saison, Temperatur und Luftdruck). Sie konnten höhere PM2.5-Werte in den Tagen vor dem Ereignis nicht direkt mit dem Ereignis in Verbindung bringen, wohl aber hohe PM2.5-Werte 90-180 Tage vor dem Ereignis. Zusätzlich war der Luftdruck am Ereignistag unabhängig von PM2.5 mit ungefähr verdoppeltem Risiko assoziiert.

Obwohl in dieser Studie nicht die Quelle der Verschmutzung gemessen wurde, darf davon ausgegangen werden, dass es in hohem Masse mit Holzverbrennung korreliert: Winter-Inversionen stauen Schadstoffe, und in vielen Regionen ist Heizen (vor allem mit Holz) ein wesentlicher PM2.5-Treiber in genau solchen Wetterlagen. In der Schweiz ist das gut dokumentiert: Im Jahr 2023 stammten gemäss dem Bundesamt für Umwelt (BAFU)
 «über 30%» der PM2.5-Emissionen aus der Holzverbrennung. Die Studie ist zwar klein und retrospektiv, aber sie hat Signalwirkung: Wiederkehrende Perioden mit höherer Feinstaubbelastung könnten Monate später ein zusätzliches Risiko mitprägen, vermutlich über Entzündungs- und Gefässwand-Mechanismen. Das ist vor allem relevant für Regionen, die regelmässig starke PM2.5-Spitzen haben (Topografie/Valleys, Inversionswetter, Winterheizen, Rauchereignisse).

Auch das Nationale Emissionsinventar (NEI) der US-Umweltschutzbehörde hat festgestellt, dass die 2% mit Holz heizenden Haushalte zu rund 28% der gesamten winterlichen PM2.5-Emissionen beitragen (PMC). Daraus schätzen die Autor:innen im Science Advances rund 8’600 vorzeitige Todesfälle pro Jahr (CI 6’500–9’600), ohne die Indoor-Belastung mitzuzählen. Der Effekt ist stark urban/suburban relevant und trifft nicht-weiße Communities überproportional.

Wenn Holzrauch in einem Gebiet ein grosser Teil der PM2.5-Spitzen ist, könnten Massnahmen gegen Holzrauch nicht nur Atemwege/Herz, sondern potenziell auch neurovaskuläre Risiken senken. Dazu wären dringend mehr und grössere Studien nötig, die auch den Faktor Zeit berücksichtigen: Biologische Prozesse (Gefässwand-Entzündung, oxidative Schäden) können auch über Monate nachwirken.

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