Nicht nur Naturholz in Schweizer Holzöfen – sondern auch Abfälle aller Art

Nicht nur Naturholz in Schweizer Holzöfen – sondern auch Abfälle aller Art

Die Schweizer Luftreinhalteverordnung (LRV) unterteilt Holz in vier verschiedene Arten: Naturholz, Holzabfälle (aus Sägewerken), Altholz (aus Abbruch/ von Baustellen) und Recyclingholz (z. B. alte Möbel) und schreibt vor, dass in ungefilterten Anlagen nur Naturholz verbrannt werden darf.

Während bei der Verbrennung aller Holzarten Schadstoffe freigesetzt werden, emittieren die letzten drei Kategorien grosse Mengen an Dioxinen und Schwermetallen (Blei, Chrom, Zink und Kupfer) sowie im Falle von Altholz gefährliche halogenierte organische Verbindungen. Abbruch- und Recyclingholz emittieren die meisten Schadstoffe, mit bis zu 4-mal bzw. 16-mal mehr Blei und Zink als die von der LRV vorgeschriebenen 5 mg/m3. Außerdem werden hohe Mengen an Pentachlorphenol (PCP) und Chlor in die Atmosphäre abgegeben, die auch in der Restasche zu finden sind.

Holzreste, Altholz und Recyclingholz sollten daher nur in Anlagen mit speziellen Filtern verbrannt werden.

Viele Menschen kennen dieses Gesetz jedoch nicht oder ignorieren es bewusst. Es gibt sogar Fälle, in denen alte Möbel verbrannt und Recyclinghöfe nach ausrangierten Möbeln und anderem behandeltem Holz durchsucht wurden, um es in heimischen Öfen zu verbrennen.

Sogar Hausmüll wird in Holzöfen verbrannt, um den Kauf von Müllsäcken (die in der Schweiz gebührenpflichtig sind) zu vermeiden.

In Weinbaugebieten wie zum Beispiel dem Wallis werden Rebstöcke manchmal zusammen mit allen Chemikalien, mit denen sie besprüht wurden, in heimischen Kaminen verbrannt, um die Kosten für die industrielle Verbrennung zu sparen. Und sehr oft wird die dabei entstehende Asche dann zur Düngung von Gemüsegärten und Gärten verwendet!

Aber auch die Verbrennung von Naturholz erzeugt Schadstoffe. Tatsächlich können die Grösse, der Feuchtigkeitsgehalt und die Baumart sowohl von Holzscheiten als auch von Holzhackschnitzeln einen grossen Einfluss auf ihre Verbrennung haben, ebenso wie die Art des Holzofens und ob dieser ordnungsgemäss gewartet wurde oder nicht. 

Das Verbrennen von nassem Holz erzeugt beispielsweise mehr Schadstoffe, mehr Asche und nur halb so viel Energie oder Wärme wie das Verbrennen von trockenem Holz. Das Verbrennen von 500 kg nassem Holz könnte theoretisch eine Fläche von 100 Hektar verschmutzen. Dennoch bewässern manche Menschen ihre Holzstapel, um das Holz feucht zu halten, damit es länger brennt!

Laut dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) „unterliegen Holzheizungen in Privathaushalten keiner regelmässigen Messung. Bei regelmässiger Nutzung wird jedoch alle zwei Jahre (bei selten genutzten Anlagen seltener) eine Sichtprüfung durchgeführt, um zu überprüfen, ob die Verbrennungsanlage ordnungsgemäss und insbesondere mit dem richtigen Brennstoff betrieben wird.»

Solche Inspektionen werden sowohl von Kaminfegern als auch von speziell ausgebildeten Beamten durchgeführt. Allerdings werden Kontrollen zum Teil zu selten durchgeführt, und da Kaminfeger ihre Termine mit den Hausbesitzern im Voraus vereinbaren, besteht kaum eine Chance, diese auf frischer Tat zu ertappen.

Tests an rund 2.100 mit Biomasse befeuerten Fernwärmeanlagen in der Zentralschweiz ergaben, dass 15,43 % nicht der LRV entsprachen. Ein ähnliches Ergebnis (16 % Nichtkonformität) wurde im Kanton Bern festgestellt, wo jährlich 4.000 Brenner getestet werden.

Unabhängig der Wartung, des Einsatzes von Filtern oder der Art des Holzes, sind die Schadstoffe aus der Holzverbrennung in höchstem Mass gesundheitsschädigend sowohl für den Verursacher, wie auch für die Menschen in der näheren und weiteren Umgebung.

Schliesslich sind Fernwärmesysteme zwar meist mit Filtern ausgestattet, diese sind jedoch weit weniger wirksam als die in Müllverbrennungsanlagen, und es ist bekannt, dass einige skrupellose Betreiber die Filter abschalten, feuchte Holzhackschnitzel verbrennen oder ihre Brenner nachts hochfahren, wenn der freigesetzte Holzrauch weniger sichtbar ist.

Es ist höchste Zeit, auf emissionsfreie Wärmequellen umzusteigen.

September 2026

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