Die Schweizer Klimastrategie: Bäume verbrennen, um der Hitze entgegenzuwirken
Die Schweiz ist derzeit sehr damit beschäftigt „zu wenig“ gegen den Klimawandel zu unternehmen, während sie doppelt so stark von dessen Folgen betroffen ist. Offenbar reicht eine Erwärmung, die doppelt so schnell voranschreitet wie im globalen Durchschnitt, nicht aus, um sinnvolle Maßnahmen im Inland anzustossen.
Während der Rest der Welt seit der vorindustriellen Zeit einen Anstieg um 1,5 °C verzeichnet hat, ist die Temperatur in der Schweiz laut einer neuen Studie der Akademien der Wissenschaften Schweiz um fast 3 °C gestiegen. Experten führen dies auf ausgetrocknete Böden und schwindenden Schnee zurück. Selbst der „Vorteil“ sauberer Luft hat sich als Bumerang erwiesen, da dadurch mehr Wärme auf eine Oberfläche strahlt, die ohnehin schon glüht.

Die Regierung kann nicht gerade behaupten, sie sei nicht gewarnt worden. Eine Gruppe von über 2.000 älteren Schweizer Frauen (auch bekannt als Klimaseniorinnen) argumentierte neun Jahre lang, dass die Untätigkeit des Staates eine buchstäbliche Bedrohung für ihr Leben darstelle. Nachdem ihnen von Schweizer Gerichten mehr oder weniger gesagt wurde, sie sollten nach Hause gehen und stricken, brachten sie ihre Beschwerde vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, der vor zwei Jahren zu ihren Gunsten entschied.
Die neueste Studie bekräftigt im Wesentlichen diesen juristischen Klaps auf die Finger – den das Schweizer Parlament ignorieren wollte –, indem sie lediglich juristische Fachsprache gegen wissenschaftliche Daten austauscht, um dieselbe unbequeme Wahrheit zu vermitteln: Die Schweiz ist Expertin darin, Waren zu importieren und ihre CO₂-Verantwortung zu exportieren. Um die Ziele für 2030 zu erreichen, sieht der Plan nicht vor, die Emissionen zu stoppen, sondern genügend ausländische „CO₂-Ablässe“ zu kaufen, damit die heimischen Statistiken gut aussehen.
Unterdessen preist die Regierung Holzbiomasse als Wundermittel an und ignoriert dabei Warnungen über die katastrophalen CO2-Folgen durch das Verbrennen von Bäumen. In einem Geniestreich des völlig realitätsfernen Marketings hat sich die Region Emmental in ihre eigene Blase zurückgezogen, um Energieholz als „Öl des Emmentals“ zu vermarkten.
Denn nichts steht so sehr für „Klimaschutz“ wie Kampagnen mit Schweizer Männern, die als arabische Scheichs verkleidet Kettensägen tragen – eine bizarre Form kultureller Aneignung, die signalisieren soll, dass unser „schwarzes Gold“ auf Bäumen wächst.
Um sicherzustellen, dass unsere Wälder für die Zukunft „fit“ sind, sieht der aktuelle Trend aggressive Eingriffe vor, die verdächtig nach industrieller Abholzung aussehen. Es ist ein genialer Kreislauf: Wir roden Wälder, um sie „klimatauglich“ zu machen, und verbrennen die Stämme zum Heizen. Wir nennen das „klimaneutral“, weil – theoretisch – in fünfzig Jahren vielleicht ein neuer Baum nachwachsen könnte. Diese holzbefeuerte Logik wird als Retter angepriesen, obwohl die Holzverbrennung mehr CO₂ freisetzen kann als die fossilen Brennstoffe, die sie ersetzt.
Während wir an die finanziellen und technischen Grenzen der Anpassung an extreme Wetterereignisse stoßen, konzentriert sich die politische Reaktion weiterhin auf „technologische Umstellungen“, bei denen Kettensägen zum Einsatz kommen.
Die 60 Autoren der Akademien der Wissenschaften Schweiz argumentieren, dass der Finanzsektor immer noch am Steuer einschläft. Sie schlagen vor, Investitionen in echte grüne Infrastruktur umzulenken.
Doch solange das Verbrennen unserer Kohlenstoffsenken als „saubere Energie“ subventioniert und mit Scheich-Kostümen vermarktet wird, schmilzt echter Wandel so schnell dahin wie ein Schweizer Gletscher im Juli – resultieren wird diese Politik in einer Katastrophe für die Bevölkerung und die Natur.
Weitere Erkenntnisse:
- Hitzewellen: seit 1901 häufiger und intensiver
- Kälte: seit 1961 bis zu 60 Frosttage weniger
- 0 °C-Isotherme: seit 1961 um 300 bis 400 m angestiegen
- Vegetationsperiode: seit 1961 um 2–4 Wochen verlängert
- Schneetage: seit 1970 um 50 % unterhalb von 800 m und um 20 % auf 2000 m zurückgegangen
- Starkniederschläge: seit 1901 um 12 % intensiver und um 26 % häufiger
- Dürre: seit 1981 deutlich trockenere Sommer
April 2026
